Zeitzeugen gesucht!- Filmprojekt “Behindertenmord in Brandenburg”
Der Mord an 9.722 Behinderten und Kranken in Brandenburg an der Havel zwischen 1940 und 1942 wird Thema einer filmischen Dokumentation. Im Januar 1940 begannen im umgebauten Zuchthaus in Brandenburg an der Havel die Vergasungen geistig und körperlich Behinderter. Im Rahmen der sog. T4 Aktion wurden bis 1942 Tausende von Menschen getötet – inmitten einer deutschen Kleinstadt.
70 Jahre nach den Ereignissen sollen die Geschehnisse in einer filmischen Dokumentation nachgezeichnet werden. In Kooperation mit der “Projektwerkstatt Robert Havemann“, die sich seit Jahren um eine Erinnerung an das Verbrechen bemüht, bereitet die Polis Film eine filmische Dokumentation vor. Die Mordaktion ist wissenschaftlich gut aufgearbeitet. Es gibt viele Akten und Unterlagen, die Aufschluss geben. Um das Geschehen für den Zuschauer lebendig werden zu lassen, sind wir auf Zeitzeugen angewiesen. Es ist sehr wahrscheinlich, dass es noch alte Menschen gibt, die sich erinnern. Möglicherweise leben auch noch Angehörige von Mordopfern oder gar von Mitarbeitern der Landespflegeanstalt, die vor den Morden eine normale Behinderteneinrichtung war- und danach auch!
Wer sich an die Vorgänge erinnert und Dokumente oder Fotos aufbewahrt, die mit dem Geschehen in Verbindung stehen, wird gebeten, sich bei den Initiatoren des Projektes zu melden. (hobrecht@polis-film.de) Informationen werden auf Wunsch selbstverständlich vertraulich behandelt. Besonders wichtig sind uns Hinweise auf und Erinnerungen an den Brandenburger Vormundschaftsrichter Lothar Kreyssig und den Pfarrer Phillip Brauner. Beide haben gegen die Tötungen protestiert.
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