Was geschah mit Rainer Besuch? Protokoll einer Recherche Teil IV
Am 18. September 1978 gegen 22.30 wird der Bauunternehmer Rainer Besuch aus seinem Haus in Porto Taverna an der Nordostküste Sardiniens von Unbekannten verschleppt. Besuch hatte sich in den Monaten zuvor mit dem Barbesitzer D. einen Konkurrenzkampf um den Erwerb eines Grundstückes geliefert. Besuch ist schneller, schließt einen Optionsvertrag ab und zahlt. Wenige Monate vor Fälligkeit der zweiten Rate, mit deren Zahlung er die Option gezogen hätte, wird er entführt.
Gianni Mossa, ein 25-jähriger Lehramtsstudent, ist der engste Freund von Rainer Besuch. Am Vormittag des19. September hört er im Autoradio von der Entführung und fährt sofort zum Haus von Besuch. Das Gebäude ist von der Polizei abgeriegelt und wird von den Medien umlagert. Die Entführung des Deutschen ist eine Sensation. Weiterlesen »
Was geschah mit Rainer Besuch? Protokoll einer Recherche Teil III
Das Bau-Geschäft von Besuch expandiert schnell. Die gesamte Fläche, die der Vater einst gekauft hat, steht ihm als Bauland zur Verfügung. Und es wird ständig nachgekauft. Bei den Baugenehmigungen mag geholfen haben, dass Besuch der Gemeinde San Teodoro den Neubau eines Schulgebäudes schenkt.
Der Erlös eines verkauften Hauses reicht, um drei weitere Gebäude zu errichten.
Die Kunden sind ein buntes Volk junger Aufsteiger aus München. Rechtsanwälte, Makler, Psychologen und als Blickfang Prominenz. May Spills und Werner Enke gehören zu den ersten Kunden, Hans-Jörg Felmy lässt sich ein Haus bauen, Filmmusik-Komponist Martin Böttcher, der Schauspieler Carlos Werner sind Kunden von Besuch. Als letzer kommt, kurz vor der Entführung von Besuch, Götz George, der ein Grundstück ganz oben auf dem „deutschen Hügel“ in Lu Fraili kauft. Weiterlesen »
Was geschah mit Rainer Besuch? Protokoll einer Recherche I
Auf den Tag genau vor 13 Monaten begann ich die Geschichte von Rainer Besuch zu recherchieren. Der Münchner Bauunternehmer Besuch wird am 18. September 1978 auf Sardinien entführt. Er verschwindet spurlos. Zehn Jahre später wird er für tot erklärt.
Bis heute gibt es Gerüchte, Besuch habe wegen hoher Schulden die Entführung inszeniert und lebe im Ausland. Der Autor Federico Falchi hatte mir ein Jahr zuvor ein Exposé für einen Dokumentarfilm angeboten. Besuch ist sein Schwiegervater gewesen. Falchi ist mit der Tochter von Besuch verheiratet. Er möchte seine Geschichte erzählen. Ich spüre, dass er ihn verklärt, weil er auch nicht weiß, was wirklich geschehen ist. In seiner Geschichte klaffen große Lücken, die man nur durch aufwendige Recherchen füllen kann. Ich schrecke vor der Arbeit zurück und lasse des Stoff liegen.
Am 6. Juni 2008 bin ich soweit das Thema aufzugeben. Zuvor gebe ich den Namen Besuch noch einmal bei Google ein. Bisher ist das immer ohne Ergebnis geblieben.
An diesem Tag, dreißig Jahre nach der Entführung, taucht unter der Internetadresse www.sardinienforum.de ein chat zwischen drei teils anonymen Personen auf.
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