Jürgen Hobrecht Logbuch

Crowdfunding nach 4 Wochen

Vier Wochen nach Start unserer crowdfunding Aktion sind 3.925€ auf dem Konto. Bitte unterstützt uns weitet www.startnext.de/wir-haben-es-doch-erlebt

August 10, 2014 Posted by | Uncategorized | Hinterlasse einen Kommentar

„I feel scared“…. „Ich habe Angst“- ein Brief aus Neve Shalom

Dear Friends,

The atmosphere in Israel today is extremely grave today and continues to change for the worse. I have lived through many wars and two Intifadas: I am not one who gets scared. Yet for the first time in my life, and my 34 years at Neve Shalom Wahat al Salam, I feel scared to leave the village.

I wasn’t aware of what was happening to me and found that my schedule had suddenly changed. I wasn’t going to the gym, and I couldn’t make it to the bank to deposit the checks I needed to and I realized that fear has been instilled in all of us and racism is being nurtured in our country.

It all began when the Prime Minister responded to the killing of three Jewish youth by saying, “we (the Jews) sanctify life and they (the Arabs) sanctify death”. This has continued with the Foreign Minister’s yesterday calling to boycott Arab stores which express solidarity with the residence of Gaza.

A few weeks ago hooligans in Jerusalem marched through the streets chanting, “death to the Arabs”, and beat up an Arab worker who was going home. Today an Arab truck driver who stopped at a traffic light was pulled from his vehicle and beaten up. Arabs who work in public places and government offices are afraid to ride on public transportation. Today’s internet news reported that Dr. Mordechi Kedar, a lecturer at Bar Illan University called for, “raping the wives of terrorists”. Where and when will the violence end?

When I call my daughters and they are on the bus, they won’t answer the phone because they are afraid to be heard speaking Arabic. One of my daughters was on the train, and I stopped myself from calling her; I was afraid she would answer me in Arabic and what would those around her do or say. Karin, my third daughter is in America counseling a group of Jews and Arabs in the Boston area. I’m happy for all the children of NSWAS who aren’t in the country this summer…

I refuse to continue to live this way. Unfortunately, I don’t see the hope that has always been there. The situation is pushing me to become more extreme and fearful. I find myself defending people I never agreed with; agreeing to things that I would never have agreed with before. Yet I live here, I am part of this place, a citizen of this country. It feels like the lights are being turned off.

I am searching for something positive to say. Last week we organized a solidarity rally of Jews and Arabs in the Arab city of Tira, but today, I lack the words and the hope for living together that this created. I am not optimistic….

There is still an Oasis… and we are still looking for peace. With over 600 dead in Gaza and the war continuing without an end in sight, it is equally frightening that Arab Citizens of Israel do not feel safe on the streets.

Perhaps the country’s leaders would like all Palestinians to leave Israel for the „22 surrounding Arab countries“ however I am here, and we will continue to remain here; we have no choice. We will continue – Arabs and Jews – to search for the strength to continue in our mission of living together as equals, sharing responsibility, land and our pain, while our educational institutions, which are needed now more than ever, work to change what is happening around us.

In sincere concern,


Eyas Shbeta
General Manager
Responsible for C&D
Wahat al-Salam – Neve Shalom
Tel: 972 (0)-2-9912222 ext. 108
Mobile: 972(0)50-8221383
Website: http://www.nswas.info

August 3, 2014 Posted by | Uncategorized | Hinterlasse einen Kommentar

„Sie konnten nicht schweigen“- Christen protestierten gegen die Euthanasie

Radio Horeb Redakteur Gregor Dornis im Gespräch mit dem Antisemitismusforscher Wolfgang Benz und mir über die Euthanasie und den christlichen Protest des Münsteraner Bischof von Galen und der Lübecker Märtyrer, über die ich 2011 den Film Widerstehen im Geiste Christi gemacht habe.
http://www.horeb.org/xyz/podcast/standp/20140720st.mp3

Juli 27, 2014 Posted by | Medien | , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Spendenaufruf

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freundinnen und Freunde !

Ich habe im letzten Jahr den Dokumentarfilm „Wir haben es doch erlebt“-Das Ghetto von Riga produziert. Der Film erzählt die Geschichte des Rigaer Ghettos, von Oktober 1941 bis November 1943. Erstmals sprechen im Film Zeitzeugen von dem weitgehend unbekannten Massaker im Wald von Rumbula. Etwa 27.000 lettische Juden werden in zwei Tagen von 12 deutschen Schützen erschossen, um Platz zu schaffen, für die 25.000 Juden aus dem Deutschen Reich, die ab November 1941 nach Riga deportiert werden.

Der Film lief bisher in 45 deutschen Städten, mit ca. 4.500 Zuschauern.

Seit dem Erscheinen des Films bekomme ich Anfragen von Überlebenden und ihren Angehörigen aus den USA, Großbritannien und Israel, warum es den Film nicht in englischer Sprache gibt. Die wenigen Überlebenden des Riga Ghettos sind nach dem Holocaust emigriert. Ihre Kinder und Enkelkinder sprechen kein Deutsch. Es besteht aber gerade bei den Überlebenden der starke Wunsch, das Erlebte und Erlittene weiter zu geben.
Ich habe mich daher mit meinen Kollegen von der Phoenix Medienakademie e.V. entschlossen, die englische Fassung des Films herzustellen.

Es gibt bei den bisherigen Förderern des Films nur sehr geringe Möglichkeiten für die englische Fassung eine Unterstützung zu bekommen.
Ich habe daher im Internet eine Spendenkampagne gestartet. Auf der größten Plattform für sogenannte „crwodfunding Kampagnen“, bei Startnext, werbe ich um Unterstützung für die Herstellung der englischen Fassung. Die Adresse im Internet ist:

http://www.startnext.de/wir-haben-es-doch-erlebt

Für die englische Fassung werden 3.000€ gebraucht. Weitere 3.000€ werden benötigt, um den Anfang des Films zu aktualisieren. Wir haben am 16 März in Riga den jährlichen Aufmarsch von 1.500 SS-Veteranen gedreht. Ich möchte diese skandalösen Bilder gern an den Anfang des Films stellen, um zu zeigen, dass die Vergangenheit nicht vorbei ist. Auf youtube steht ein kurzer Zusammenschnitt der Demonstration, bitte anklicken:

Für beide Ziele, die englische Fassung und den aktualisierten Anfang, bitte ich um Unterstützung – sowohl ideell, als auch finanziell. Da die Zeitungen über die Spendenaktion nicht berichten, ist es für den Erfolg der Kampagne entscheidend, den link zu der Internetseite der Aktion möglich vielen Menschen zugänglich zu machen.
Wer das Projekt direkt unterstützen will, der kann „Fan“ auf der Startnext Seite werden. Je mehr Fans das Projekt hat, desto größer die Aufmerksamkeit. Der Status „Fan“ kostet nichts und ist völlig unverbindlich. Besonders freuen würde ich mich natürlich über Spenden. Hier ist jeder Betrag wichtig, von 5€ bis 500€. Jeder, der spendet, hilft mit, ein historisches Dokument zu überliefern. Als Dankeschön habe ich für die Spender interessante Geschenke ausgesucht: Weine aus Israel, Bücher des Dittrich Verlages, Eintrittskarten für jüdische Museen, Stadtführungen zu historischen Orten.
Die Kampagne hat am vergangenen Sontag angefangen und läuft bis zum 10. Oktober. Die einzelnen Spenden werden gemäß der Statuten von Startnext nur abgerufen, wenn die Gesamtsumme erreicht ist. Die Abwicklung bei Startnext ist seriös, sicher und einfach.- Zudem seit Jahren erfolgreich erprobt.
Wenn die Finanzierung steht, werden wir den Film am 30.11.2014 in London erstmals in englischer Sprache aufführen. An diesem Tag vor 73. Jahren begann das Rumbula Massaker. Eine Woche später, am 8.12.2014, dem Jahrestag der Fortsetzung des Massakers, werden wir den Film in New York zeigen, gemeinsam mit der Society of Survivors of the Riga Ghetto, die unser Projekt unterstützt. Danach steht der Film den Gedenkstätten in Israel und Nordamerika und weltweit zur Verfügung.
Ich bitte Sie, ich bitte Euch, ganz herzlich um Unterstützung der Spendenaktion und um die Verbreitung dieses Aufrufes und der Adresse im Internet:

Mit herzlichen Grüßen

Juli 18, 2014 Posted by | Uncategorized | Hinterlasse einen Kommentar

10.10.13 Topographie des Terrors: Riga Film Tour gestartet

Gestern Abend: Topographie des Terrors, Berlin. Auftaktveranstaltung der Riga Film Tour. 150 Zuschauer sahen meinen Film „Wir haben es doch erlebt“-Das Ghetto von Riga. Am Dienstag geht es in Leipzig weiter. Unser Schirmherr Wolfgang Tiefensee, Vorsitzender des Vereins Gegen Vergessen für Demokratie wird anwesend sein. Alle Vorführungen unter http://www.Phoenix-Medienakadenie.com/Riga/Termine

Begrüßung durch Dr. Erika Bucholz

Begrüßung durch Dr. Erika Bucholz

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Gottwald, Wilhelm, Nachtwei

Saal total

Oktober 11, 2013 Posted by | Uncategorized | Hinterlasse einen Kommentar

Trauer um Ernst Klee

Historiker Ernst Klee gestorben
geb. 15.3.1942 gest. 18.5.2013

Der Historiker, Sozialpädagoge und Theologe Ernst Klee ist tot. Wie der S. Fischer Verlag am Samstag mitteilte, starb Klee nach langer schwerer Krankheit mit 71 Jahren in seiner Frankfurter Wohnung.
Jahrzehntelang kämpfte Klee als Forscher für die Aufarbeitung der NS-Zeit. Nüchtern und akribisch setzte er sich vor allem mit den Gräueltaten an Behinderten und seelisch Kranken im Nationalsozialismus auseinander.
Internationales Renommee erwarb sich Klee bereits 1983 mit seinem Buch „Euthanasie im NS-Staat. Die Vernichtung lebensunwerten Lebens“, in dem er bis dahin weitgehend unbekanntes Archivmaterial zu diesem Themenkomplex erschloss. 1997 erschien sein Buch „Auschwitz, die NS-Medizin und ihre Opfer“, das die Rolle der Medizin in der Zeit beleuchtet. Es beschreibt unter anderem die Experimente, die Ärzte im Namen der medizinischen Forschung an wehrlosen Menschen vornahmen. (Quelle Spiegel-online 18.5.13)

Eine persönliche Erinnerung…

Frankfurt/ M. im Juni 1975. Die Messehalle des Evangelischen Kirchentages ist proppenvoll. Auf der Bühne steht ein hochgewachsener Mittdreißiger, Lockenkopf, offenes Hemd, ausgetretene Latschen an den nackten Füßen. Ohne Redemanuskript sagt der Mann Sätze, die ich, damals 18, noch nie gehört hatte. Er redet von entwürdigenden Zuständen in Behindertenheimen. Er beschreibt unseren Alltag klar nüchtern und ungeschminkt. Am Tag zuvor war ich im Gepäckwagen der Deutschen Bundesbahn angereist und noch zornig darüber. Seine Botschaft: Duckt euch nicht, lasst euch nicht demütigen, fordert Eure Rechte. Damals eine Offenbarung für mich. Ich sprach ihn nach der Veranstaltung an, zögernd erst, dann immer offener, weil er unkompliziert, freundlich und locker war. Es begann ein Kontakt, der mein Leben verändern sollte. Münster, 1977. Ernst Klee hält einen Vortrag an der FOS Sozialpädagogik, die ich damals besuchte. Ich fahre ihn anschließend zum Bahnhof und erzähle ihm eine Geschichte, von der ich hoffte, er könne sie für seinen Behindertenreport II gebrauchen. Das Buch sei fertig sagte er. „Aber mach doch eine Radiosendung daraus.“ Er gab mir die Telefonnummer des Redakteurs der „Radiothek“, der damals schon legendären Jugendsendung im WDR. Ich war völlig baff und habe die Sendung dann zögernd gemacht. Das war der Anfang meiner inzwischen 30-jährigen Arbeit als Autor.

Ernst Klee hat für viele Behinderte das Fenster zum Leben aufgemacht. Frische Luft kam rein in muffige Buden, die durch Selbstzweifel und Minderwertigkeitsgefühle verpestet waren.
Klee begann in einer Zeit als Buchtitel die Frage stellten „Können, dürfen, sollen Behinderte heiraten?“
Er hat in den 70er Jahren maßgeblich das Bewusstsein dafür geweckt, dass man gleichwertig ist und auch so behandelt werden will. Dass die Presse ihn dafür zum „Behindertenpabst“ ernannte, machte all die schmunzeln, die ihn erlebt haben. So ganz unpäbstlich, entsprach der nur in einem dem Mönch-Motto „bete und arbeite“: Er hat gearbeitet, bis zum Umfallen. Die Menge an Material, die er auf seinem Schreibtisch zu Texten und Büchern verarbeitete war unglaublich.

Vorbild für viele war der Volkshochschul-Kurs „Bewältigung der Umwelt“ in Frankfurt unter seiner Leitung. Ernst hatte es mit dem verstorbenen Gusti Steiner geschafft, Missstände in Aktionen und Bilder umzusetzen und sie dadurch zu ändern. Unvergessen die Fernsehbilder: Gusti Steiner angekettet an eine Straßenbahn in der Frankfurter City. Einer ruft: „Stellt doch ein MG auf, dann sind sie weg.“ Ich habe das Jahre später in Münster bei einer Blockade selbst gehört. Solche Sätze verändern einen Menschen.

Ernst Klee hat es vermocht Momente eines „Wir-Gefühls“ zu schaffen, unter Menschen, die die Umwelt als invalid ansieht und die sich, als Reflex darauf, gelegentlich selbst so wahrnehmen. 1980 hatte ein schrecklicher Jurist am Frankfurter Landgericht einer Frau Schadensersatz zugesprochen. Sie hatte erfolgreich gegen die Anwesenheit von Behinderten im Urlaubshotel geklagt. Das führte, mit 5.000 Teilnehmern, zur größten Demonstration von Behinderten in der Geschichte der Bundesrepublik.

1983 erschien sein Buch „Euthanasie im NS-Staat.“ Eine unglaubliche Fleißarbeit, mit der sich der gelernte Heizungsbauer, der Abitur auf dem 2. Bildungsweg machte und dann Sozialpädagogik studierte, sich als Historiker profilierte. „Euthanasie im NS-Staat“ ist und bleibt das Standardwerk zum Behinderten-und Krankenmord der Nazis. Das Buch hat mich schlagartig spüren lassen, was rational natürlich klar war: Die Nazi-Ärzte, die den Gashahn aufdrehten, meinten Menschen wie mich. Diese Einsicht bestimmt mein Verhältnis zu meiner nichtbehinderten Umwelt, besonders zur Medizin, bis heute.
Ich habe Ernst Klee vor vielen Jahren das letzte Mal gesehen. Wir saßen in einem Münchner Restaurant und scherzten viel. Auch das ging mit ihm. Zum Abschied sagte er: „Melde Dich“. Ich habe es nicht getan. Nun ist er tot.
Nur wenigen Menschen verdanke ich so viele Anstöße für ein unabhängiges Leben, wie ihm. Das gilt nicht nur für mich.

Mai 19, 2013 Posted by | Uncategorized | , , , , | 1 Kommentar

Premiere: „Wir haben es doch erlebt…“- Das Ghetto von Riga

Ich  lade herzlich  ein zur Premiere meines Dokumentarfilms

“Wir haben es doch erlebt…” Das Ghetto von Riga. (98 Min.)

am 14.5.2013  um 18.00 Uhr im Cinema,  Warendorferstr. 45, in Münster/Westf.

Zwischen November 1941 und Oktober 1942 werden rund 22.000 Juden aus dem Deutschen Reich nach Riga verschleppt. Unmittelbar vor der Ankunft der deutschen, tschechischen und österreichischen Juden in Riga werden an nur zwei Tagen 27.000 lettischen Juden und Jüdinnen ermordet, um Platz für die Neuankömmlinge aus dem Reich zu schaffen. Auch Tausende Deportierte aus dem Deutschen Reich werden direkt nach der Ankunft erschossen. Diejenigen, die das Ghetto lebend erreichten, erleiden jahrelange Qualen.Von 24.605 in den Jahren 1941 bis 1942 nach Riga deportierten Juden aus dem „Großdeutschen Reich“ überleben nur 1.073.

Zeitzeugen berichten in dem Film von dem Massaker an den lettischen Juden, dem Leben im Ghetto und dem Überleben mit dem Trauma.

Interessenten an Filmvorführungen in Schulen, Gedenkstätten, Museen etc. sind herzlich willkommen. Die DVD kann für 12,00 + 3,00 Versand bei info@phoenix-medienakademie.com bezogen werden.

Homepage mit Auschnitten aus dem Film http://www.phoenix-medienakademie.com/Riga/

Mai 12, 2013 Posted by | Medien, Uncategorized | , , , , , , | 1 Kommentar

Film über die Lübecker Märtyrer – Premiere nach 9 ½ Jahren

Im November 2001  hatte ich mit den Dreharbeiten zu dem  Film über die Lübecker Märtyrer begonnen. Ursprünglicher Arbeitstitel „Die Pfaffen auf´ s Schafott.“  Seit drei Wochen ist der Film fertig. Von der Idee zum Film- in beinahe 10 Jahren.

Erzählt wird  die Geschichte von vier Geistlichen (ein Protestant und drei Katholiken),  die 1941 in Lübeck  gegen Krieg und Diktatur predigten und  die regimekritischen Predigten des Münsteraner Bischofs von Galen verbreiteten. Die Geistlichen, Hermann Lange, Johannes Prassek, Eduard Müller und der Protestant Karl-Friedrich Stellbrink,  wurden von eingeschleusten Spitzeln verraten und von der Gestapo verhaftet. Nach einem Urteil des Volksgerichtshofes wurden sie am 10. November 1943 in Hamburg enthauptet.

Anlässlich der jedes Jahr am Todestag stattfindenden Feierlichkeiten hatte ich 2001 in Lübeck gedreht. Mit einer ansehnlichen Filmförderung wähnte ich mich in der Sicherheit, den Film schnell zu realisieren. Doch nach einigen Tagen war Schluss. Der NDR wollte den Film nicht ins Programm nehmen. Die Förderung wurde daher widerrufen. Mein kleiner Etat war aufgebraucht. Acht Jahre lagen die Bänder im Schrank. Im Jahr 2009 rief der Lübecker Alt Bischof Karl Ludwig Kohlwage an und erkundigte sich, ob das Material noch existiere. Angesichts der für  Juni 2011 geplanten Seligsprechung der drei katholischen  Priester  würde man in Lübeck gern den  fertigen Film sehen. Anfangs herrschte große Freude. Doch dann wurde noch mehr als ein Jahr zäh verhandelt. Im Sommer 2010 gingen die Dreharbeiten weiter, nochmals unterbrochen, von einer halbjährigen gesundheitlichen Zwangspause.

Am 18. Mai. saßen 400 Menschen in der Lübecker Luther-Kirche und sahen den  65-min.  Dokumentarfilm  „Widerstehen im Geiste Christi- Die Lübecker Märtyrer“.

Ein Sendeplatz im Fernsehen wird derzeit gesucht, ebenso ein DVD Vertrieb.

Einstweilen verschicken wir die DVD  auf Bestellung.

Kosten 12€ zuzüglich  2,20€ Versand

Kontakt: e-mail: polisfilm@polis-film.de

DVD-Booklet Märtyrer

DVD-Cover Märtyrer

Ein katholischer Studentenverband hat eine wohlwollende Besprechung veröffentlicht:

Lübecker Märtyrer: Beeindruckende Film-Doku | W.K.St.V. Unitas Ruhrania Bochum – Duisburg-Essen – Dortmund.

Juni 11, 2011 Posted by | Medien, Projekte | , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Theaterbesuch II- Ein Abend in der Schaubühne

Der Eindruck verfestigt sich: Spontane Theaterbesuche sind in Berlin für Rollstuhlfahrer nur möglich, wenn man lügt oder sich Karten an der Kasse vorbei besorgt. (s. Beitrag „Ein Abend im BE“) Vor 14 Tagen gastierte das Theaterprojekt „Die Dritte Generation“ in der Schaubühne. Israelische, palästinensische und deutsche Schauspieler reflektieren die Wechselbeziehungen von Schuld und Schuldgefühlen im Angesicht von Shoah und Israel-Palästina Konflikt. Da ich gerade eine Nahost-Reise vorbereite und zu den Themen veröffentlicht habe, wollte ich mir das anschauen. Telefonische Auskunft des freundlichen Herrn an der Kasse, einen Tag vor der Aufführung: Es gibt noch Karten! Auf meinen Hinweis, dass ich Rollstuhlfahrer bin, gibt es für mich keine Karte mehr. „ Das müssen sie mehrere Tage vorher anmelden. Es muss ein Sitz rausgenommen werden. Dafür reicht die Zeit nicht mehr.“ Ehe ich mit dem Mann einen fruchtlosen Streit beginne, stelle ich mich als Journalist vor und frage nach der Presseabteilung. Der dort tätigen Dame verschweige ich meine Behinderung. Ich stelle mich als Autor vor, der für eine israelische Zeitung über die Aufführung berichten soll. So klappt es problemlos. Nach zehn Minuten habe ich mein Presseticket per mail. Als ich abends zur Vorstellung ins Theater komme, ist das Erstaunen groß. Die Kollegin von der Presseabteilung habe nicht gewusst, dass ich im Rollstuhl sitze, sonst wäre das nicht gegangen, wird mir beschieden. Ich werde von drei Platzanweiserinnen mehrfach auf betulich-unangenehme Weise angesprochen, dass man „darauf“ nicht vorbereitet sei. Ich werde gebeten, möglichst nicht im Weg zu stehen und als letzter in den Zuschauerraum zu fahren, “ wegen der Sicherheit“. „Aber bitte ganz dicht an die Stuhlreihen, so dass sie nicht im Gang stehen.“ Der Zuschauerraum der Schaubühne ist ein großzügiger, hallenartiger Raum, mit stufenartig hinaufführenden Sitzreihen, einem Hörsaal ähnlich. Vor den Sitzreihen und daneben, meterweise Platz. Bevor die Türen geschlossen werden, wichtigtuerisches Getuschel der Ordnerinnen mit Blick auf mich.
Zum Vorstellungsbeginn eine hübsche Aufmerksamkeit. Einer der deutschen Schauspieler hält eine Einführungsrede und begrüßt besonders die anwesenden Juden, Schwulen, Zigeunern und Behinderten. Er entschuldigt sich ergriffen für die durch die Nazis erlittene Verfolgung.
Alles gut soweit. Ich konzentriere mich auf das Stück. Die peinliche Sonderbehandlung durch die Ordnerinnen gerät in Vergessenheit. Beim Rausfahren nach der Vorstellung bin ich im Gespräch mit einem Kollegen, fahre schwungvoll durch eine offene Tür und will ins Freie. Rums! Ich kippe mit dem Rollstuhl zwei von innen nicht sichtbare Stufen runter und liege auf der Straße, der Stuhl über mir, die Räder drehen in der Luft. Vier Leute hieven mich sofort in den Stuhl zurück. Ein Bediensteter eilt herbei und fragt, ob ich verletzt bin. Seit Jahren wolle man Innen ein Schild anbringen „Achtung Stufe“, sagt er und trottet davon.

November 22, 2009 Posted by | Alltag, Zumutungen | , , | Hinterlasse einen Kommentar

Zeitzeugen gesucht!- Filmprojekt „Behindertenmord in Brandenburg“

Der Mord an 9.722  Behinderten und Kranken in Brandenburg an der Havel zwischen 1940 und 1942 wird Thema  einer filmischen Dokumentation.  Im Januar 1940 begannen im umgebauten Zuchthaus in Brandenburg an der Havel die Vergasungen geistig und körperlich Behinderter. Im Rahmen der sog. T4 Aktion wurden bis 1942 Tausende von Menschen getötet – inmitten einer deutschen Kleinstadt.
70 Jahre nach den Ereignissen sollen die Geschehnisse in einer filmischen Dokumentation nachgezeichnet werden. In Kooperation mit der “Projektwerkstatt Robert Havemann“, die sich seit Jahren um eine Erinnerung an das Verbrechen bemüht, bereitet die  Polis Film eine filmische Dokumentation vor. Die Mordaktion ist wissenschaftlich gut aufgearbeitet. Es gibt viele Akten und Unterlagen, die Aufschluss geben. Um das Geschehen für den Zuschauer lebendig werden zu lassen, sind wir  auf Zeitzeugen angewiesen. Es ist sehr wahrscheinlich, dass es noch alte Menschen gibt, die sich erinnern.  Möglicherweise leben auch noch Angehörige von Mordopfern oder gar von Mitarbeitern der Landespflegeanstalt, die vor den Morden eine normale Behinderteneinrichtung war- und danach auch!  
Wer sich an die Vorgänge erinnert und Dokumente oder Fotos aufbewahrt, die mit dem Geschehen in Verbindung stehen, wird gebeten, sich bei den Initiatoren des Projektes zu melden. (hobrecht@polis-film.de) Informationen werden auf Wunsch selbstverständlich vertraulich behandelt. Besonders wichtig sind uns  Hinweise auf und Erinnerungen an den Brandenburger Vormundschaftsrichter Lothar Kreyssig und den Pfarrer Phillip Brauner. Beide haben gegen die Tötungen protestiert.

Oktober 14, 2009 Posted by | Projekte | Hinterlasse einen Kommentar

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