Jürgen Hobrecht Logbuch

„In 120 Tagen zum Film“-Medienfortbildung in München

Der Preissturz der Digital-Technik macht es möglich: Die Herstellung  von Film und Video auf technisch hohem Niveau zu moderaten Preisen. Die Marktplätze, die gerade das Internet für derartiges filmisches Schaffen bietet, sind gigantisch und längst nicht voll erschlossen.
Um Qualitätsstandards und handwerkliche Regeln zu gewährleisten, ist know how nötig. Die Phönix Medienakademie e.V. hat daher die Fortbildung zum Digital Media Producer (DMP) entwickelt. In neun Monaten wird ein Film hergestellt. Dabei werden  die Grundzüge des digitalen Filmschnitt (Avid), der Tonbearbeitung (pro tools) und der Bildbearbeitung mit After Effects und Photoshop gelehrt. Am Ende kopiert der Teilnehmer seinen Film auf eine DVD. Im Vordergrund der Fortbildung steht  Dramaturgie und Filmsprache, sowie Marketing. Da die Technik so billig geworden ist, dass jeder produzieren kann, sollten noch ein paar Menschen wissen, wie ein Film funktioniert und wie er sein Publikum findet.      
Die Journalistenakademie Dr. Hooffacker und Partner veranstaltet in Kooperation mit der Phoenix Medienakademie e.V. in München eine sechsmonatige Fortbildung „Medienproduktion digital“, in der das Konzept des DMP in leicht abgespeckter Weise angeboten wird. Der Einstieg ist jederzeit möglich, die Kostenübernahme durch die Arbeitsagentur ebenfalls

http://www.journalistenakademie.de/index.php?p=127

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Oktober 9, 2009 Posted by | Fortbildung, Medien | Hinterlasse einen Kommentar

BVG lässt sich Zeit…

Auf meinen Offenen Brief an die Direktion der BVG, in dem ich mich über die diskrimminierende Behandlung durch die Busfahrer beklagte, kam heute eine erste Antwort. Die BVG teilt mit, sie prüfe die Vorwürfe und brauche Zeit. Na, ich bin gespannt.

Oktober 9, 2009 Posted by | Alltag | , | Hinterlasse einen Kommentar

„Die Pfaffen auf´s Schaffott“- Justizmord an Pfarrern wird verfilmt

Gestern ruft der Lübecker Alt-Bischof Karl-Ludwig Kohlwage an und verkündet gute Nahrichten. Die Katholische Kirche und die Possehl Stiftung in Lübeck finanzieren einen Film, der vor acht Jahren  am Desinteresse des NDR scheiterte.
Im Juni 2000 hatte ich in Lübeck Mitglieder einer Aktionsgruppe kennengelernt, die an die Hinrichtung von vier Lübecker Geistlichen im Jahre 1943  erinnerten.
Die vier Pfarrer, drei Katholiken und ein Protestant, hatten in Lübeck  gegen das Massensterben an der Ostfront protestiert und sympathisierten mit dem Münsteraner Kardinal von Galen, der gegen den Mord an Behinderten predigte. 
Johanes Prassek, Hermann Lange,  Eduard Müller und der evangelische Pastor Stellbrink werden 1943 zusammen mit 17 anderen Lübeckern in einem spektakulären Schauprozess verurteilt. Die Sympathisanten erhalten Haftstrafen. Die Geistlichen werden zum Tode verurteilt.  Joseph Goebels forderte:“ Die Pfaffen auf´s Schafott“ Eigentlich wollte er Kardinal Galen hängen sehen. Doch der war zu populär. So schlug die Nazi-Justiz in der Provinz zu.
Die katholischen Priester wurden durch willfährige Spitzel verraten. Der Protestant Stellbrink wurde sogar von seiner damals braunen Amtskirche an die Gestapo ausgeliefert.
Der Film über die vier Lübecker erzählt eine spannende Geschichte über Verrat und Verfolgung in der norddeutschen Bürgerstadt.    
Mitte November beginnen wir mit den Dreharbeiten in Lübeck.

Oktober 9, 2009 Posted by | Medien | 1 Kommentar

Leistung statt Leiden – Interview mit Marianne Buggenhagen

Mit Humor:viermal wöchtentlich Training

Mit Humor:viermal wöchentlich Training

 In einem Alter, in dem andere an den Vorruhestand denken, hat sich Deutschlands erfolgreichste behinderte Sportlerin für die  Leichtathletik WM der Behinderten im November in Indien qualifiziert.
Viermal die Woche trainiert sie  hart. „Damit habe ich meine Trainingseinheiten halbiert“, so Buggenhagen.

Wann kommt ein Leistungssportler in die Versuchung zu dopen?

Wenn er 2/10 Sekunden von seinem Bestwert entfernt ist und wenn er von Sponsoren abhängig ist, die diese Leistung honorieren.

Wie verbreitet ist Doping im Behindertensport?

Kaum. Wir bekommen fast keine Unterstützung, haben kaum Sponsoren. Wir sind fast alle berufstätig .Wir müssen arbeiten, um unseren Sport treiben zu können.

Nochmal: Wird im Behindertensport gedopt?

Ich sage: Nein, zumindest nicht in Deutschland! Es ist mir nur ein Fall bekannt. In Peking ist ein deutscher Basketballer positiv getestet worden, weil er Haarwuchsmittel genommen hatte und nicht wusste, dass das auf der Verbotsliste stand. Der wurde dann nach Hause geschickt. Dass ist der einzige Fall, der mir bekannt ist.

Sie sitzen seit 23 Jahren im Rollstuhl. Sie haben mit der Behinderung sofort weiter Leistungssport betrieben…

Ich war vor meiner Schädigung Leistungssportlerin. Ich habe Volleyball gespielt, denn ich habe eine lichte Höhe von 1,90 m. „Einmal Sportler, immer Sportler“, heißt es. Ich habe weiter gemacht, weil ich mich messen wollte mit anderen. Vor allem aber, ich wollte durch meinen Sport die Welt sehen und kennenlernen. Zu DDR- Zeiten ist mir das versagt geblieben, weil wir als behinderte Sportler an internationalen Wettkämpfen im Westen nicht teilnehmen durften. Ich war nur zweimal in Wien bei Wettkämpfen dabei.
1990 ging es dann richtig los mit den ersten Weltspielen der Behinderten in Assen. Ab da war ich süchtig, süchtig nach Erfolg und nach Leistung.

Wie unterschied sich Sportförderung in der DDR von der, die sie heute erleben?

Zu DDR-Zeiten hatten wir auch unsere Meisterschaften. Es waren 70-80 Rollstuhlfahrer, die an den Meisterschaften teilgenommen haben. Wenn ich heute an Deutschen Meisterschaften teilnehme, dann sind es 20 Teilnehmer. Wenn ich zu DDR-Zeiten zu einem Trainingslager gefahren bin, habe ich 15 Mark bezahlt, heute kostetet mich die gleiche Veranstaltung 500€. Das kann sich nicht jeder leisten. Ich finde, es ist schwieriger geworden, teilzunehmen, weil alles immer gleich Geld kostet. Wir haben natürlich viel gewonnen seit der Wende. Die Rollstühle sind besser geworden. Die Hilfsmittel, dass ist alles deutlich besser als damals.   

Wie hat sich die Wahrnehmung des behinderten Sportlers in der Öffentlichkeit in den letzten Jahren verändert?

1992 habe ich an den ersten Paralympics in Barcelona teilgenommen. Das hat, glaube ich, niemand registriert, weil fast nicht berichtet wurde. In Sydney, 2000, war es das erste Mal, dass der Sport eine Rolle spielte und nicht die Behinderung. Früher hieß es, wenn überhaupt berichtet wurde,“ …und trotz eines Beinverlustes hat er diese Leistung erbracht.“ In Peking hingegen ging es um sportliche Ergebnisse. Das ist doch das, was wir wollen. Das wollen doch auch die Leute sehen. Es wird viel breiter berichtet heute. Das Interesse ist einfach stärker, weil es um Wettkämpfe geht und nicht um Behinderte. Ich sehe es doch auch an mir selber. Ich werde angesprochen von fremden Menschen, die mich aus den Medien kennen. Als Sportlerin habe ich inzwischen einen Namen durch die Medien bekommen und das hilft mir, Unterstützer zu finden.

Eine grundsätzliche Frage. Warum gibt es eigentlich diese strenge Trennung zwischen dem Sport von Nichtbehinderten und Behinderten-Sport?  Warum finden nicht  gemeinsame Veranstaltungen statt?

Das ist sience fiction, was Sie da ansprechen. Ich denke, wir wären schon einen großen Schritt weiter, wenn ich als Leichtathletin Mitglied im Deutschen Leichtathletik Verband sein könnte oder etwa die Schwimmer im Schwimmverband. Aber da sperren sich die Verbände

Was sind die Gründe?

Keine Ahnung. Sind es nichtbehinderte Funktionäre, die Angst vor Behinderten haben? Geht es ums Geld, weil der Etat dann auch für Einrichtungen des Sports Behinderter belastet würde? Ich weiß es nicht. Ich finde es nur schade, dass da kein gemeinsamer Weg gefunden wird.
„Olympische Spiele für Alle“- das werde ich sicher  nicht mehr erleben.

Oktober 1, 2009 Posted by | Interview | , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Kaum zu glauben:Berlin umsonst und freundlich!

 Ich bin mental außerstande sieben Tage in der Woche den widerständigen Rollstuhlfahrer zu geben. Meine Wut über vieles ist grenzenlos. Sie reicht aber nicht, mir das Leben zu versauen. Nach dem schockierenden Besuch der Demo „Marsch für das Leben“ war mir dringend nach Entspannung und Ablenkung.
Das Wetter war prächtig.
Ich fuhr in den Botanischen Garten und schaute mir das neu eröffnete Tropenhaus an. Am Eingang ein freundlicher junger Mann, der nur bestätigt haben wollte, dass ich eine  Behindertenausweis habe und mir ansonsten viel Spaß wünschte.  Anderntags hätte ich mich sicher über positive Diskriminierung beschwert. Heute war mir nicht danach.
An der Automatiktür zum neuen Tropenhaus stolperte mir Reinhard Bütikofer, Ex-Bundesgeschäftsführer der Grünen,  fast auf den Schoß. Einen Tag vor der Bundestagswahl hieß sein Motto wohl: Besinnung und back to the roots.“  Es folgten zwei Stunden Ruhe im Tropenklima in einer unglaublichen Pflanzenpracht. Der Stress, des Alltags fiel ab. Erstmals seit drei Wochen wirkliche Entspannung. Fester Entschluss: Ich mach  das öfter!
Auf dem Weg zum Auto, erhielt ich eine SMS. Einladung ins Konzerthaus am gleichen Abend: Brahms, Schumann.
Am Konzerthaus empfing mich meine Begleitung am Künstlereingang und begleitete mich durch die Kellergewölbe zum Lift. Es folgte ein furioses Konzert des Konzerthausorchesters unter Leitung von Lothar  Zagrosek. Eine Karte wollte niemand sehen. Stattdessen wurden in der Pause Wein und Brezeln gereicht.  
Unnötig zu erwähnen, dass ein Mehrfaches der gesparten Eintrittsgelder anschließend bei Lutter&Wegner verprasst wurde.

September 27, 2009 Posted by | Uncategorized | Hinterlasse einen Kommentar

Nur Ausrutscher?-Übergriffe gegen „Marsch der 1000 Kreuze“

Meine Position zum Abbruch von Schwangerschaften ist eindeutig: Ich bin gegen einen Spätabbruch, wenn er dazu führt, behindertes Leben zu vernichten, ohne dass das Leben der Mutter zuvor in Gefahr gewesen wäre. Da es unredlich ist,  die  Tötung behinderter Babies  abzulehnen, gleichzeitig aber   die Abtreibung nichtbehinderter Embryos zu  tolerieren, bin ich wohl oder übel  ein Abtreibungsgegner. 
Aus Engagement für das Thema und aus Neugier ging ich gestern  Mittag zum Roten Rathaus und beobachtete den „Marsch für das Leben“, den Schweigemarsch von ca. 1.300 Menschen, der sich nach einer Kundgebung in  Richtung St. Hedwigskathedrale bewegte, wo ein Ökumenischer Gottesdienst gefeiert wurde.
Man mag über die Wirkung  der Symbolik von 1.000 Kreuzen streiten, die die Teilnehmer trugen, um an 1.000 Abtreibungen pro Tag zu erinnern.   Man mag darin eine unnötige Dramatisierung des Themas sehen.
Was  allerdings ein Bündnis von Gegendemonstranten, bestehend aus Linken, Feministen und sog. Antifaschisten   an „Argumenten“ aufzubieten hatte, war von so atemberaubender Geschmacklosigkeit und erschütternder Dummheit, dass mir jede Kritik an dem „Marsch der 1.000 Kreuze“ sofort  als kleinlich erschien. 
Da wurde von geschichtsvergessenen Abtreibungsbefürwortern ausgerechnet auf dem Bebelplatz, dem Ort der Bücherverbrennung von 1933, eine Bibel verbrannt. Es waren Plakate zu sehen, mit der Aufschrift  „Christen fisten“. Es flogen Eier aus den Reihen der Gegendemonstranten auf die als rechte Lebensschützer denunzierte Kundgebungs-teilnehmer. Insgesamt hat mich das geistige Niveau der Abtreibungsbefürworter an einen Artikel der Lübecker Politikerin der Linken, Asja Huberty erinnert, die   Föten mit Kaulquappen und Zellhafen verglich und sich vehement für fristenlose Abtreibung aussprach. Huberty hat ihre Wortwahl inzwischen bedauert.
Ihre Haltung zum Thema ändert sie  nicht. Die hinterher als verbalen Ausrutscher verharmlosten Äußerungen zeigen in ihrem Fall, wie in  Berlin, die wahre menschenverachtende Geisteshaltung.  

September 27, 2009 Posted by | Alltag, Verhinderungen | , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Parken mit Behinderung

Es ist wunderbar, das Christiane Link mit dem Titel ihres Blogs  Behíndertenparkplatz  auf das Thema aufmerksam macht. Aber lesen es die notorischen Falschparker?
Ich habe einen eigens mit Nummer reservierten Parkplatz vor meiner Haustür. Den Platz zu reservieren, bedeute für mich zwei Tage Vollbeschäftigung mit Behördenkram.
Seit Jahren zwei, drei Mal in der Woche die gleiche Prozedur. Ich will einparken und siehe da: der Parkplatz ist besetzt. Der Prenzlauer Berg ist ein beliebtes Amüsierviertel, mit zahllosen Kneipen, Clubs und Restaurants. Abends einen freien Parkplatz zu bekommen: beinahe ein Unding.

Der Missbrauch meines Parkplatzes heißt für mich bis zu 2 Stunden Zeitverschwendung. Ich rufe per 110 eine Streife, die manchmal erst  nach  einer Stunde kommt. O-Ton Polizei: „Sie halten sich bitte in der Nähe des Fahrzeugs auf“. Nach Eintreffen der Streife folgen ein 20-minütiger Check meiner Daten und eine Ermittlung des Falschparkers, der ja möglicherweise nebenan wohnt. Wenn das nicht fruchtet, wird ein Abschleppwagen gerufen. O-Ton Polizei: „Sie bleiben bitte in der Nähe des Fahrzeugs, damit sie nach dem Abschleppen gleich Einparken können.“  Nach einer weiteren Stunde kommt der Wagen. Ich kann endlich einparken. Im Sommer sitze ich bei meinem Lieblings-Spanier gegenüber und esse. Im Winter ist das nur lästig, nervt und grenzt an Körperverletzung und Nötigung.
Im letzten Winter habe ich meinen Wagen auf dem breiten Bürgersteig neben den Falschparker gestellt. Am nächsten Morgen hatte ich ein Ticket an der Scheibe. Grund der Verwarnung: „Parken mit Behinderung“    Ich habe diese Gelder  nicht bezahlt, sondern dem Ordnungsamt mitgeteilt, dass ich gar nicht daran denke, meine Zeit mit Warten auf Polizei und Abschleppdienst zu verbringen, nur weil Ignoranten meinen Parkplatz besetzen. Die Sache ging daraufhin vors Gericht. Das hat mich nun zur Zahlung von Bußgeldern in Höhe von 185€ für dreimal Falschparken verurteilt. Wenn ich nicht binnen 1 Woche bezahle, droht mir Erzwingungshaft.   
Ich habe eine feste Verabredung mit SAT 1 und der Bildzeitung. Wenn sie mich abholen, gibt es eine Geschichte. „Berliner Justiz sucht Hafplatz für Rollifahrer. Haftgrund: Parken mit Behinderung.“

September 24, 2009 Posted by | Alltag, Zumutungen | , , | 5 Kommentare

Offener Brief an die Direktion der Berliner Verkehrsbetriebe

Berlin, den 23.9.09

Sehr geehrte Damen und Herren,

 ich nahm gestern gegen 18.30 Uhr  die Buslinie 131 vom Spektefeld in  Richtung Magistratsweg in Berlin-Spandau.

Der Busfahrer, der bereits beim Verlassen seines Busses äußerst unwillig wirkte, klappte die Rampe an der hinteren Einstiegstür um. Ich stand vor der  steilen Rampe und bat den Busfahrer, mich hinaufzuschieben. Der stellte sich hinter mich, packte meine   Schultern, statt die Schiebegriffe zu benutzen, und  schubste mich, mehr als er  schob, mit einer äußerst groben, schmerzhaften Bewegung in den Bus. Als ich  die rücksichtslose Behandlung beklagte, stand er mit dem Widerhaken in der Hand vor mir und sagte patzig. „Dann musste deinen Rücken nach vorne beugen.“  Ich verwahrte mich gegen das Duzen und hörte nur. „Eigentlich sagt man Dankeschön“
Da Busfahrer nicht verpflichtet sind, ihren Namen zu nennen, war die Frage danach von vornherein sinnlos.
Ich beschwere mich daher auf diesem Weg über das Verhalten dieses Fahrers und erwarte, dass Sie dem Vorgang nachgehen.

Im Übrigen ist das geschilderte Verhalten in seiner Ausprägung zwar ein Extremfall. Es steht aber in  einer Reihe von Vorfällen, die mich und andere Rollstuhlfahrer immer wieder belästigen, teils sogar demütigen. Am selben Tag fragte mich vormittags der Fahrer des TXL auf dem Weg vom Alex zur Friedrichstraße: „Wo will der Rollstuhl raus?“  
Vor einigen Wochen bat ich in Treptow  einen Fahrer  um Hilfe beim Einstieg. Der fragte mich nur: „Könnse nicht einfach was abnehmen?“    
Regelmäßig erlebe ich  Busfahrer, die  nur mit äußerstem Unwillen bereit sind, Hilfe beim Einstieg zu leisten. Gerade für Rollstuhlfahrer, die allein  unterwegs sind, ist die Rampe für den selbständigen Einstieg oftmals zu steil. Häufig sind Äußerungen von Fahrern  zu hören, wie „Ist nicht meine Aufgabe, zu helfen“, oder: „Ausnahmsweise“, oder: “Eigentlich nicht.“
Ich bitte Sie  um Auskunft, ob es einem Busfahrer möglich ist, die an sich  zumutbare  Hilfe beim Hochfahren der Rampe  zu verweigern. Falls dem so ist, erwarte ich Auskunft darüber, wie man Ihrer Ansicht nach  mit dem Rollstuhl eine Rampe überwinden soll, die oftmals die 6% DIN Norm deutlich überschreitet.
Insgesamt vermittelt mir das hier geschilderte Verhalten der Fahrer, im Zusammenwirken mit den baulichen Barrieren, den Eindruck, lediglich  geduldeter Fahrgast 2. Klasse zu sein.

Ihre Antwort gespannt erwartend, grüße ich Sie freundlich.           

September 23, 2009 Posted by | Mobilität, Zumutungen | , , , , | 1 Kommentar

Ende der Blog-Ruhe!

Fast  hätte ich Entzugserscheinungen bekommen, so sehr  hat mir mein täglich dashboard gefehlt. Nach drei Wochen Bettruhe, einer Druckstelle wegen, hat mich seit gestern der Alltag wieder. Vermisst habe ich nicht  nur das Bloggen, sondern auch das Biken.  Bei einer Fahrt durch die Stadt, heute Vormittag,  waren die blauen Wegmarkierungen für die Teilnehmer des Marathons vom vergangenen Wochenende nur noch blass zu sehen. Statt mitzufahren, habe ich das Geschehen wehmütig auf der Mattscheibe verfolgt. Einzig realer  Bezug: Besuch von zwei  Schweizer Marathoni, die mit ihren Bikes ein tolles Rennen fuhren.
Dass es nun munter weitergeht, entnehmt ihr gleich dem nächsten Beitrag       

 

September 23, 2009 Posted by | Mobilität, Zumutungen | , | Hinterlasse einen Kommentar

Auf dem Kollwitzplatz nachts um halb eins….

Gestern Nacht, Ecke Sretzkistraße/Kollwitzstraße. Ich fahre auf der Straße, weil die Bürgersteige in schlechtem Zustand sind und eine Unfallgefahr darstellen. Zugegeben, ohne Licht. Auf mich kommt ein S-Klassen Mercedes zu. Er weicht nicht aus, ich auch nicht. Der wird schon halten, denke ich. Das tut er dann auch. Ein Mann zeigt aus, ich erkenne kaum Kontraste: ein Schwarzer. Ein Hüne von Mann baut sich wütend vor mir auf und ruft aufgeregt in akzentfreiem Deutsch: “ Was glauben sie denn, man sieht sie nicht im Dunkeln.“ Ich bleibe ruhig und sage nur: „Was regen Sie sich so auf, das haben wir doch gemeinsam.“ Wütend kehrt er zu seinem Auto zurück, legt den Rückwärtsgang ein und braust davon.

September 6, 2009 Posted by | Uncategorized | Hinterlasse einen Kommentar