Jürgen Hobrecht Logbuch

Parken mit Behinderung

Es ist wunderbar, das Christiane Link mit dem Titel ihres Blogs  Behíndertenparkplatz  auf das Thema aufmerksam macht. Aber lesen es die notorischen Falschparker?
Ich habe einen eigens mit Nummer reservierten Parkplatz vor meiner Haustür. Den Platz zu reservieren, bedeute für mich zwei Tage Vollbeschäftigung mit Behördenkram.
Seit Jahren zwei, drei Mal in der Woche die gleiche Prozedur. Ich will einparken und siehe da: der Parkplatz ist besetzt. Der Prenzlauer Berg ist ein beliebtes Amüsierviertel, mit zahllosen Kneipen, Clubs und Restaurants. Abends einen freien Parkplatz zu bekommen: beinahe ein Unding.

Der Missbrauch meines Parkplatzes heißt für mich bis zu 2 Stunden Zeitverschwendung. Ich rufe per 110 eine Streife, die manchmal erst  nach  einer Stunde kommt. O-Ton Polizei: „Sie halten sich bitte in der Nähe des Fahrzeugs auf“. Nach Eintreffen der Streife folgen ein 20-minütiger Check meiner Daten und eine Ermittlung des Falschparkers, der ja möglicherweise nebenan wohnt. Wenn das nicht fruchtet, wird ein Abschleppwagen gerufen. O-Ton Polizei: „Sie bleiben bitte in der Nähe des Fahrzeugs, damit sie nach dem Abschleppen gleich Einparken können.“  Nach einer weiteren Stunde kommt der Wagen. Ich kann endlich einparken. Im Sommer sitze ich bei meinem Lieblings-Spanier gegenüber und esse. Im Winter ist das nur lästig, nervt und grenzt an Körperverletzung und Nötigung.
Im letzten Winter habe ich meinen Wagen auf dem breiten Bürgersteig neben den Falschparker gestellt. Am nächsten Morgen hatte ich ein Ticket an der Scheibe. Grund der Verwarnung: „Parken mit Behinderung“    Ich habe diese Gelder  nicht bezahlt, sondern dem Ordnungsamt mitgeteilt, dass ich gar nicht daran denke, meine Zeit mit Warten auf Polizei und Abschleppdienst zu verbringen, nur weil Ignoranten meinen Parkplatz besetzen. Die Sache ging daraufhin vors Gericht. Das hat mich nun zur Zahlung von Bußgeldern in Höhe von 185€ für dreimal Falschparken verurteilt. Wenn ich nicht binnen 1 Woche bezahle, droht mir Erzwingungshaft.   
Ich habe eine feste Verabredung mit SAT 1 und der Bildzeitung. Wenn sie mich abholen, gibt es eine Geschichte. „Berliner Justiz sucht Hafplatz für Rollifahrer. Haftgrund: Parken mit Behinderung.“

September 24, 2009 Posted by | Alltag, Zumutungen | , , | 5 Kommentare