Jürgen Hobrecht Logbuch

Tram trouble

Gestern 22.15 Uhr am Alex. Ich will in die Linie  6  Richtung Steinberg steigen. Vor dem Eingang steht eine blonde Mitfünfzigerin in Uniform, offenbar die Fahrerin der Straßenbahn. Ich komme gerade von einem 30 Kilometer Marathon Training vom Mauerweg, bin einigermaßen erschöpft und verschwitzt.
Ich bitte die Frau  mich kurz  über Eingangsstufe   zu schieben. Barsch antwortet sie, das dürfe sie nicht. Die die Rampe sei auch defekt. Ich soll die nächste Bahn nehmen.  

Ich schaffe es, mich die an sich kleine Stufe hochzuziehen und postiere mich an der Tür gegenüber dem Eingang. Die Fahrerin steigt ein, baut sich vor mich auf und keift: „Der Rollstuhl gehört auf die andere Seite fahren Sie darüber, sonst fahre ich nicht los.“ Ich bin empört über den Ton und will wissen, warum ich mich in die Eingangstür stellen soll. Sie sagt nichts, dann nur knapp. „fahren Sie rüber.“ Passanten gucken verständnislos. Ich rolle wortlos hinüber. Die Bahn fährt los. Ich kann mich nicht festhalten, werde in den Kurven gefährlich hin und her geschleudert. Ich fahre schließlich auf die andere Seite zurück und stehe vor der Tür zum Fahrerstand. Die Frau hält die Bahn auf freier Strecke an, reißt die Tür ihres Fahrerstandes auf, die gegen meinen  Rollstuhl kracht und ruft, den Kopf aus der Tür steckend,
„Fahren sie auf ihren Platz, sonst fahre ich nicht weiter. Ich hole mir einen Zeugen, dass sie sich weigern, meinen Anweisungen folge zu leisten und lasse sie aus der Bahn entfernen.“
Lange Sekunden gucke ich die Frau entgeistert an. Sie blickt starr zurück. Die Umstehenden schweigen. Stillstand. Ich überlege, ob ich eine Eskalation will. Schließlich fahre ich schimpfend, wieder auf den angeblich für den Rollstuhl bestimmten Platz. Sie setzt die Fahrt fort.

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August 21, 2009 Posted by | Uncategorized, Verhinderungen | , , , , | 1 Kommentar